Zwei Curricula — ein geografischer Schnitt
Die FEES-Ausbildung folgt in Deutschland dem Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), in Österreich dem Curriculum der European Society for Swallowing Disorders (ESSD). Das ESSD-Curriculum ist inhaltlich aus dem DGN-Curriculum entwickelt worden — die wesentlichen Anforderungen sind vergleichbar.
Der strukturelle Unterschied: DGN-Basiskurse werden von externen Anbietern durchgeführt und von der DGN akkreditiert. ESSD-Basiskurse werden von der ESSD selbst veranstaltet.
Der Weg zum Zertifikat — Schritt für Schritt
- 1Basiskurs
Akkreditierter Basiskurs mit theoretischer Prüfung. In Deutschland: DGN-akkreditierter Kurs. In Österreich: ESSD-Kurs.
- 230 direkt supervidierte Untersuchungen
Gemeinsame Durchführung mit einer FEES-Ausbilderin oder einem FEES-Ausbilder. Davon 5 komplexe Fälle: Patientinnen und Patienten mit Nasensonde, Trachealkanüle oder stark eingeschränkter Kooperation.
- 330 indirekt supervidierte Untersuchungen
Eigene Durchführung, nachträgliche Besprechung mit der Ausbilderin oder dem Ausbilder. Ebenfalls 5 komplexe Fälle.
- 4Praktische Abschlussprüfung
Nach Anmeldung zur Prüfung bei der DGN bzw. ESSD. Die Prüferin oder der Prüfer beurteilt eine Untersuchung, eine Auswertung aus den indirekten Supervisionen und eine Auswertung, die sie oder er vorgibt.
- 5Zertifikat kommt per Mail
DGN + DSG (Deutschland) oder ESSD (Österreich) verschicken das Zertifikat nach bestandener Prüfung per Mail — ohne Antrag.
Voraussetzungen
- Mindestens 2 Jahre klinische Tätigkeit mit Schwerpunkt neurologische Patientenversorgung
- Davon mindestens 3 Monate auf einer neurologischen Fachabteilung
- Nachweis spätestens zum Zeitpunkt der Prüfungsanmeldung
für Ärzt:innen zusätzlich
- Facharzt in einschlägigem Fachgebiet (Neurologie, HNO, Geriatrie, Innere Medizin)
- Möglichst Erfahrung in der Endoskopie
Realistische Zeitplanung
Die Variable ist nicht der Kurs, sondern die Supervision. In Einrichtungen mit eigenem FEES-Programm und Ausbilder:innen vor Ort ist die Ausbildung in 12 Monaten möglich. Ohne diesen Zugang sind 18 bis 24 Monate realistischer. Eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht.